Vorwort

In der Nachfolgenden Beschreibung habe ich nicht nur auf die bereits vorhandene Literatur zurückgegriffen, sondern unter anderem auch auf eigene Erfahrungen aus Haltung und Zucht von Python regius.
Zu dem konnte ich noch Beobachtungen, Messungen und Erkenntnisse, die ich persönlich in Ghana (West-Afrika) gesammelt habe, einfließen lassen.

Diese Beschreibung soll eine kleine Hilfestellung für den Pfleger sein, um den Python regius in Gefangenschaft Artgerecht zu halten.
Python regius wird seit geraumer Zeit und in großen Mengen in Europa und den USA eingeführt. Tausende dieser Tiere verenden jedoch jedes Jahr in Gefangenschaft. Da über die Haltung und Lebensweise des Königspythons zum Teil viel Unsinn verbreitet wird, ist dies auch auf eine unsachgemäße Haltung von Python regius zurückzuführen.

Ich hoffe hier einen kleinen Beitrag leisten zu können, den Königspython in Gefangenschaft optimaler zu pflegen und nachzuzüchten.


Allgemeine Beschreibung von Python regius

Größe

Der Königspython zählt zu den kleineren Vertretern der Gattung Python. Er erreicht eine durchschnittliche Größe von ca. 130 cm Gesamtlänge. In der Literatur gibt es jedoch auch Hinweise auf eine Population, am Fuß der Krobo-Berge bei Accra ( Ghana ), mit Tieren, die eine Gesamtlänge von 180 - 200 cm erreichen sollen. Tatsächlich wurden auch schon Tiere mit einer solchen Gesamtlänge in Deutschland eingeführt.
Es ist anzunehmen, dass es zwischen den einzelnen Populationen des Königspythons Größenunterschiede gibt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Python regius aus Togo und Benin in aller Regel kleiner bleiben als Artgenossen aus Ghana.
Adulte Tiere mit einer Gesamtlänge von über 150 cm sind jedoch eher die Ausnahme.

Färbung

Der Körper des Königspythons ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt. An den Seiten wird die Grundfärbung durch hellbraune bis gelbliche Flecken unterbrochen. Teilweise verläuft diese Zeichnung bis in den Rückenbereich hinein. Dieser ist zumindest teilweise mit länglichen Zeichnungselementen der gleichen Färbung versehen. Die seitlichen Flecken sind durch Augenflecken in der Grundfärbung unregelmäßig unterbrochen. Die Bauchseite ist weißlich bis elfenbeinfarbig. Diese ist in der Regel nicht pigmentiert.
In der Färbung und Zeichnung von Python regius gibt es verschiedene Varianten, die zum Teil auch genetisch veranlagt sind.
Nahere Informationen zu den einzelnen Farb- und Zeichnungsvarianten können über die Menuleiste aufgerufen werden.

Gewicht

Das Gewicht des Königspythons ist maßgeblich von seiner Größe, Geschlecht und dem individuellen Ernährungszustand jedes einzelnen Tieres abhängig. Eine weibliche Schlange sollte unter optimalen Bedingungen, bei einer Größe von etwa 120 cm, ein Gewicht von 1,3 bis 1,7 kg aufweisen. Ein Gewicht von über 2 kg sollte man bei dieser Größe vermeiden. Männliche Tiere wiegen in der Regel weniger als weibliche Tiere. Dies ist jedoch nicht zwingend.


Verbreitung von Python regius

Das Verbreitungsgebiet von Python regius erstreckt sich über West- bis Zentralafrika. Aus folgenden Ländern wird bzw. wurde Python regius ausgeführt: Sierra Leone, Senegal, Gambia, Ghana, Burkina Faso, Togo, Elfenbeinküste, Zaire, Kamerun, Sudan, Uganda, Benin, und Nigeria.
Hierbei sind die Staaten Zaire und Uganda aufgrund ihrer geographischen Lage als "südliche Ausreißer" anzusehen.
Anhand der Anzahl von gefundenen Exemplaren dürfte die größte Populationsdichte wahrscheinlich in den Bereichen Elfenbeinküste, Ghana, Togo und Benin liegen.

Karte des Verbreitungsgebietes von Python regius
Vermutliches Verbreitungsgebiet
des Königspythons, gefertigt
anhand der o.g. Exportländer
und Fundorten von Python regius.


Lebensraum von Python regius

Der Königspython bewohnt überwiegend die Savannen West-Afrikas. Die Tiere kommen hauptsächlich in Gebieten mit gras- und baumähnlichen Strauchbewuchs vor. Dort halten sie sich tagsüber vorzugsweise in verlassenen Nagetier- oder Termitenbauten auf.
Diese Verstecke bieten ganzjährig ein relativ konstantes Klima hinsichtlich der Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Teilweise dringt Python regius bis in die bewohnten Gebiete der Städte vor. So wurde mir in Accra, der Hauptstadt Ghanas, von Einheimischen berichtet, dass der Königspython dort auch in Hütten und in Viehställen angetroffen wird.
Aber auch in den ländlichen Gebieten folgt er dem Menschen. So wird er vermehrt in den kleinen, meist mitten im Buschland liegenden, Casava- und Jamfeldern angetroffen.
Casava und Jam sind beides knollenartige Früchte und werden in West Afrika als Grundnahrungsmittel angebaut.
Da sich hier entsprechend viele Schadnager aufhalten, die ihm als Nahrungsquelle dienen und deren Bauten er als gute Verstecke nutzen kann, findet Python regius in diesen, von Menschen kultivierten Gebieten ideale Lebensbedingungen.
Ein weiterer Lebensraum von Python regius sind die tropischen, immergrünen Feuchtwälder im Süden Westafrikas. Aus diesen Verbreitungsgebieten kommt die sogenannten "Jungle" beziehungsweise "High contrast" Variante. Es ist jedoch relativ schwer, diese überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Schlange in den dichten Feuchtwäldern zu finden, so dass ihr gesichertes Vorkommen in diesem Biotop erst seit kurzem bekannt ist.
In Ghana wurde mir berichtet, dass Tiere aus den Waldgebieten in der Regel kräftiger gelb gefärbt sind als solche aus dem Buschland.

Feuchtwald Biotop im Süden Ghanas
Feuchtsavanne in den Akwapim Mountains
Biotop bei Drobo
Biotop in Süd-Ghana
Akwapim Mountains
Biotop bei Drobo
Feuchtsavanne in Burkina Faso in der Regenzeit Trockensavanne in Senegal nach der Regenzeit
Feuchtsavanne in Burkina Faso während der Regenzeit Trockensavanne in Senegal nach der Regenzeit


Lebensweise von Python regius

Die Lebensweise des Königspythons ist eher versteckt. Tagsüber zieht er sich häufig in verlassene Nagetier- oder Termitenbauten zurück. Mit Beginn der Abenddämmerung wird Python regius aktiv.
Während der Trockenzeit von November bis Februar/März ist er deutlich inaktiver und kaum außerhalb seines Versteckes anzutreffen, in dem er sich zu dieser Zeit fast ausschließlich aufhält. Diese Verstecke spielen auch bei der Brut der weiblichen Tiere eine große Rolle. Dort herrschen, wie bereits erwähnt, fast annähernd konstante klimatische Bedingungen hinsichtlich der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Es ist nicht selten, dass mehrere brütende Weibchen in einem Versteck anzutreffen sind. In Drobo (Ost-Ghana) wurde mir berichtet, dass während Trockenzeit bis zu 10 Königspythons in einem einzigen Termitenhügel gefunden werden.
Als Verstecke und Brutplätze werden bevorzugt "frisch" verlassene Termitenhügel aufgesucht. Aufgrund ihrer Bauweise haben sie gute thermische Regulationseigenschaften, die sich jedoch bei zunehmendem Alter und Verfall verlieren.

verlassener Nagetierbau
Termitenhügel
Termitenhügel
Verlassener Nagetierbau in einem Cassava-Feld
Termitenhügel im Biotop
geöffneter Termitenhügel

Mit Beginn der Regenzeit verlässt der Königspython nun häufiger sein Versteck und ist jetzt auch am Tage öfters außerhalb seines Versteckes anzutreffen. Einige Bauern berichten mir, dass der Königspython zur Regenzeit häufig in den kleinen Casava- und Jamfeldern angetroffen wird und dort regelrecht "herumliegen" soll.
Python regius wird als typischer Bodenbewohner angesehen. Aufgrund seines Körperbaues sowie seines Gewichtes wird davon ausgegangen, das er recht schlecht zum Klettern geeignet ist.
Juvenile Königspythons werden jedoch häufiger beim Klettern beobachtet. Es scheinen auch, dass die in der Regel etwas leichteren, männlichen Tiere häufiger klettern als die Weibchen. So wurden bei Untersuchungen der Mageninhalte bei männlichen Königspythons mehr Vögel und Fledermäuse gefunden, wo hingegen bei den weiblichen Tieren fast ausschließlich bodenbewohnende Kleinsäuger überwogen.
Bei den von mir gehaltenen und gepflegten Königspythons konnte ich beobachten, dass auch bei den adulten Tieren sowohl die männlichen als auch die weiblichen Schlangen während der Aktivitätsphase häufig klettern.
Lediglich die Schlangen, die große Beutetiere gefressen hatten und diese nun verdauten beobachtete ich ausschließlich am Boden.


Klima im Verbreitungsgebiet von Python regius

Temperatur

Als Durchschnittswert für das mittlere Temperaturmaximum kann belegt durch Klimatabellen ganzjährig ca. 30° angegeben werden. Das Temperaturminimum liegt in den Sommermonaten bei ca. 26 C°. In den Wintermonaten November bis Februar / März sinkt dieses zum Teil bis unter 20 C°.
In Ghana konnte ich in den Monaten Januar und Februar folgende durchschnittliche Temperaturen messen:

Vormittag
Mittag
Nachmittag
Nacht
Accra
29 C° - 31 C°
ca. 32 C°
31 C° - 29 C°
28 C° - 27 C°
Kumasi
26 C° - 33 C°
ca. 34 C°
34 C° - 30 C°
bis 24 C°
Drobo
26 C° - 34 C°
ca. 34 C°
34 C° - 30 C°
bis 21 C°
Bei den Angaben handelt es sich um die im Schatten gemessenen Lufttemperaturen

Es ist hier ein deutliches Temperaturgefälle vom Norden zum Süden des Landes erkennbar. Vereinfacht kann gesagt werden, dass zumindest in der Trockenzeit der Süden mit Höchstwerten um 32 C° am Tage kühler als der Norden Ghanas mit 34 C° bis 35 C° ist. In Tamale (Nord-Ghana) sollen die Temperaturen nach Angaben von Einheimischen im März Spitzenwerte von 40 C° am Tage erreichen.
Bei den Nachttemperaturen verhält es sich umgekehrt. Hier ist die nächtliche Abkühlung im Norden höher als im Süden des Landes. In Tamale sollen die nächtlichen Temperaturen zeitweise auf 14 C° bis 15 C° zurückgehen.

In der Literatur gibt es unterschiedliche Angaben über die Messpunkte der Temperatur. So geben Kirschner und Seufer die Temperatur am Boden gemessen an. Broghammer schreibt hingegen von der Lufttemperatur. Die Temperaturangabe in C° ist bei beiden jedoch gleich.
Ich selber messe auch die Lufttemperatur, welche ich in den Sommermonaten am Tag auf etwas über 30 C° halte und nachts auf etwa 27 C° absenke. In den Wintermonaten senke ich die Nachttemperatur auf ca. 21 C° ab.

Luftfeuchtigkeit

Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt laut Literatur im Durchschnitt, je nach Jahreszeit ca. 50 - 90 %. In den Sommermonaten steigt die Luftfeuchtigkeit bedingt durch die Regenzeit an, wobei sie in den nächtlich kühleren Wintermonaten während der Trockenzeit absinkt. Die Luftfeuchtigkeit ist morgens generell höher als nachmittags.
In Ghana konnte ich in den Monaten Januar und Februar folgende durchschnittliche Luftfeuchte messen:

Vormittag
Mittag
Nachmittag
Nacht
Accra
ca. 70 %
ca. 55 %
ca. 60 %
ca. 80 %
Kumasi
ca. 55 %
ca. 40 %
ca. 40 %
65 % - 70 %
Drobo
ca. 25 %
ca. 20 %
ca. 20 %
ca. 25 %

Hier ist zu erkennen, dass der Süden des Landes in der Trockenzeit feuchter als der nördliche Teil Ghanas ist. Dies wurde auch vom "Wetteramt" in Ghana bestätigt, die für Tamale sogar Luftfeuchtigkeiten von 14 % am Tage angaben.

Licht

Die durchschnittliche Sonnenscheindauer im Verbreitungsgebiet von Python regius beträgt jahreszeitlich bedingt 10 bis 12 Stunden. Durch die Äquatornähe ist hier jedoch kaum eine Verschiebung merkbar.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann ich zum Klima Ghanas nach Erkenntnissen durch meinen dortigen Aufenthalt, Angaben von Ghanaern sowie des "Wetteramtes" folgendes sagen:
Der Süden des Landes ist fast ganzjährig warm und relativ schwül. Der Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit ist zwar vorhanden, jedoch nicht so ausgeprägt wie im übrigen Land.
In der Trockenzeit November bis Ende Februar steigen die Temperaturen am Tage an und die nächtliche Abkühlung ist in der Mitte und dem Norden Ghanas merklich.
Diese Nächtliche Abkühlung ist durch den Harmattan (von der Sahara wehender Wüstenwind) bedingt, der ebenfalls für den starken Rückgang der Luftfeuchtigkeit und das ausbleiben des Regens verantwortlich ist.
Ende Februar / Anfang März beginnt die Regenzeit. Sie bringt starke tägliche Regenschauern, die eine Dauer von etwa einer Stunde haben. Der Beginn der Regenzeit gilt bei den einheimischen Bauern auch als Pflanzzeit.
Der nächtliche Temperaturrückgang ist nun geringer. Das Klima am Tag und in der Nacht scheint gleichermaßen warm und schwül zu sein.
Der Monat August ist mit 6 bis 8 Regenfällen wiederum etwas trockener, zudem gehen die Temperaturen etwas zurück. Dieser Monat gilt in Ghana als Erntezeit.
Im September und Oktober nehmen die Regenfälle und Tagtemperaturen bis zum Beginn der Trockenzeit wieder etwas zu.

Das Klima in Ghana zwischen dem 5° und 10° Nördlicher Breite dürfte stellvertretend für die Staaten West-Afrikas der gleichen Breitengrade stehen, in denen Python regius verbreitet ist.

  • Hier klicken um Klimatabellen zu sehen


  • Nahrung von Python regius

    In freier Wildbahn scheint Python regius alles zu erbeuten was er überwältigen kann. So wurden unter anderem Rückstände folgender Beutetiere in den Mägen und Kotproben von Python regius gefunden: Taube, Graupapagei, Stare, andere Vögel, Ölpalmenhörnchen, Wimperspitzmaus, Urwaldgalago, Gambia-Riesenhamsterratte, Braunes Langohr, Flughunde und andere Säugetiere. Python regius jagt seine Beute vornehmlich, aber nicht ausschließlich, in ihren Bauten.

    In Gefangenschaft sind adulte Wildfänge des Königspython häufig nur sehr schwer zur Futteraufnahme zu bewegen. Er ist als Nahrungsverweiger bekannt, der sich ohne weiteres zu Tode hungern kann. Dies trifft besonders auf adulte Wildfänge zu. Jungtiere fressen jedoch in aller Regel bereitwillig das ihnen angebotene Futter. So hat bei mir ein adultes Wildfangmännchen hartnäckig 12 Monate jede Nahrungsaufnahme verweigert. Auch verschiedenste Futtertierarten unterschiedlichster Größen fraß er nicht. Erst nach 12 Monaten verschlang er eine junge Wüstenrennmaus. Seitdem fraß er problemlos Wüstenrennmäuse. Mittlerweile frisst er sogar normale Futtermäuse und Ratten.

    Fütterung

    Ich halte es bei der Fütterung für sinnvoll, die Tiere zu trennen. So kommt es nicht zu versehentlichen Bißverletzungen der Schlangen untereinander. Ferner haben Tiere, die nicht so schnell ihre Beute schlagen die Möglichkeit diese in Ruhe zu beäugen. Ob tot oder lebend gefüttert wird bleibt jedem Pfleger selbst überlassen. Es sit jedoch zu berücksichtigen, dass beim Beuteschlagen die Produktion von Verdauungssäften bei Schlangen angeregt wird. Ich füttere meine "regius" ausschließlich mit lebenden Futtertieren. Bei der Lebendfütterung sollte man diese beobachten, um sofort eingreifen zu können falls die Schlange durch das Futtertier gefährdet wird. Es ist schon vorgekommen, daß eine Schlange starke Bissverletzungen von ihrem Beutetier davon getragen hat.

    fressender Python regius
    fressender Python regius
    fressender Python regius
    Python regius beim fressen einer ausgewachsenen Ratte.

    Nahrungsverweigerer

    Nicht jede Nahrungsverweigerung muss kritisch und bedrohlich gesehen werden. So stellen die Weibchen in der Regel 3 bis 8 Wochen vor der Eiablage die Nahrungsaufnahme ein. Auch kommt es vor, dass männliche Tiere in der Paarungszeit nicht oder nur sporadisch an die angebotenen Futtertiere gehen.
    Ich möchte hier einige Möglichkeiten aufzeigen, den Königspython zur Nahrungsaufnahme zu bewegen.
    Grundsätzlich sollte man bei einer Nahrungsverweigerung die Haltungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit überprüfen. Auch die Terrarieneinrichtung sollte hinsichtlich der Versteckmöglichkeiten und überprüft werden. Sie sind für das Wohlbefinden des Königspythons von großer Wichtigkeit.
    Wie bereits erwähnt, jagt Python regius seine Beute gerne in Bauten. Um dieses nachzustellen stellt man einen Tontopf oder Ähnliches mit der Öffnung nach unten auf den Boden des Terrariums. Python regius betrachtet seine Beute gerne von oben. Aus diesem Grund sollte eine Öffnung oben am nun umgestülpten Behältnis gemacht werden. Größe des Behältnisses und der Öffnung sollten so gewählt werden, daß das Futtertier nicht daraus entweichen kann, die Schlange aber sein Beutetier bequem erreicht. Da der Königspython dämmerungs- / nachtaktiv ist sollte man die Fütterung in seine Aktivitätszeit legen. Auch ist es bei Futterverweigerern ratsam, verschiedene Futtertierarten in verschiedenen Größen, lebend wie auch tot anzubieten.

    Zwangsfütterung

    Verweigert die Schlange hartnäckig die Nahrungsaufnahme und wird ihr Zustand lebensbedrohlich bleibt als letzte Alternative die Zwangsfütterung. Ich betone hier nochmals : Die Zwangsfütterung sollte wirklich das allerletzte Mittel sein. Zur Zwangsfütterung eigenen sich in der Regel kleine Mäuse die vorher getötet und angefeuchtet werden. Bei gefrorenen Mäusen ist darauf zu achten, daß diese wirklich vollkommen aufgetaut sind. Der Körper der Schlange wird durch einen Helfer fixiert. Man faßt nun m

    it einer Hand seitlich den Kopf der Schlange und öffnet mit einem Holzspatel vorsichtig das Maul der Schlange. Die Maus packt man mit einer Pinzette im Genick und schiebt sie vorsichtig mit dem Kopf voran in den Schlund der Schlange. Sollte die Schlange nun selber schlingen setzt man sie auf eine saubere Unterlage und beobachtet den Vorgang ohne die Schlange zu stören. Sollte die Schlange nicht selbstständig schlingen, sondern das Futtertier auswürgen, muß die Maus vorsichtig so tief in den Schlund der Schlange geschoben werden, daß diese ihr Maul schließen kann. Dieses wird nun mit zwei Fingern geschlossen gehalten. Anschließend massiert man das Futtertier vorsichtig in Richtung Magen. Erst wenn die Schlange nicht mehr würgt sondern anfängt zu Züngeln kann man sie zurücksetzen.


    Zucht

    Die Zucht von Python regius erweist sich als recht problematisch. Dies liegt zum Einen daran, daß wenig über das Verhalten dieser Art in freier Natur bekannt ist, des weiteren scheint es schwierig zu sein, harmonische Gruppen / Paare zu bilden. Die Reproduktionsrate bei Python regius ist sehr gering, da seine Gelegegröße im Durchschnitt 5 - 6 Eier beträgt. Grundsätzlich sollten nur ausgewachsene und gut konditionierte Tiere zur Zucht verwendet werden. Weibliche Tiere sollten eine Länge von etwa 120 cm und ein Gewicht von 1,2 kg bis 1,3 kg bei dieser Größe aufweisen. Männliche Tiere dürfen bei gleicher Größe etwas leichter sein.

    Geschlechtsunterschiede

    Der Königspython besitzt keine äußerlichen Geschlechtsunterschiede. Verhaltensmerkmale innerhalb einer Gruppe zur Geschlechtsbestimmung sind als unsicher anzusehen, da auch männliche Tiere von Python regius Paarungsversuche untereinander unternehmen. Die einzige sicher Methode zur Geschlechtsbestimmung ist das Palpieren ( Sondieren ) der Hemipenistaschen bzw. der Hemiclitoris. Die sogenannte Hemiclitoris ist beim weiblichen Königspython 3 bis 4, in wenigen Ausnahmefällen bis zu 7 Subcaudalschildern tief. Beim männlichen Königspython ist die Eindringtiefe der Sonde in die Hemipenistaschen bis zu 10, in wenigen Ausnahmefällen bis zu 12 Subcaudalschildern. Ich möchte an dieser Stelle betonen, daß nur erfahrene und geübte Personen palpieren ( sondieren ) sollten, um eine Verletzung der Schlange zu vermeiden.

    Paarung

    Als Paarungsauslöser sind bei Python regius die klimatischen Veränderungen zwischen Trocken- und Regenzeit zu sehen.

    Es gibt in der Literatur verschiedene Angaben über den Paarungsauslöser.
    Hauptsächlich wird hierfür die Absenkung der Nachttemperatur auf zum Teil unter 20 C° verantwortlich gemacht.

    Es wird einersrseits beschrieben, dass man die beiden Geschlechter zu Beginn der simulierten Trockenzeit, nach dem absenken der Nachttemperatur zur Paarung zusammensetzen soll.
    Die Luftfeuchtigkeit soll zur Stimulation der Tiere keine Rolle spielen.

    Andere Autoren schreiben von einem Zusammenführen der männlichen und weiblichen Tiere zu Beginn der Regenzeit unmittelbar nach Beendigung der Trockenzeit, wenn die Nachttemperatur wieder angehoben wird.
    Eine Trennung der Geschlechter in der kühleren Phase soll sich zur Stimulation der Tiere bei einigen Züchtern als vorteilhaft erwiesen haben.

    Ich habe schon Hinweise in der Literatur gefunden, die von einer Paarungszeit, im Verbreitungsgebiet von Python regius, in den Monaten Januar und Februar schreiben.
    Geht man von einer durchschnittlichen Tragezeit von 120 Tagen aus, so kann eine Paarung in den Monaten wie zuvor beschrieben, ausgeschlossen werden. Rechnet man nun noch eine Inkubationsdauer von etwa 60 Tagen ein, so würde die Schlupfzeit von Python regius im August liegen.
    Diese liegt aber in der Natur von Mitte April bis Mitte Juni.

    In dem Verbreitungsgebiet scheint die Paarungszeit in den Monaten nach dem etwas trockeneren und auch nächtlich etwas kühleren August / September zu liegen. Genauere klimatische Beschreibungen sind unter "Klima im Verbreitungsgebiet von Python regius" zu finden.
    Dies würde auch rechnerisch bei einer Trage- und Inkubationszeit von insgesamt etwa 180 bis 200 Tagen mit der Schlupfzeit im Verbreitungsgebiet übereinstimmen.

    Persönlich habe ich schon Paarungen durch verschiedene Auslöser bedingt beobachten können.

    a)

    Nach absenken der Nachttemperatur und leichtem erhöhen der Tagtemperatur. Die Luftfeuchtigkeit wurde ebenfalls leicht abgesenkt.

    b)

    Durch schnellen anstieg der Luftfeuchtigkeit nach einer vorhergegangenen kürzeren, etwas trockeneren Phase von etwa drei Wochen. Die Temperaturen wurden nicht verändert
    ( Tagtemperaturen mit geringem nächtlichen Rückgang um ca. 2 C° - 3 C° )
    Kopulation / Paarung von Python regius Kopulation / Paarung von Python regius
    Kopulation / Paarung von Python regius in einem meiner Terrarien

    Gravidität / Eiablage

    Nach erfolgreicher Paarung kann von einer durchschnittlichen Tragezeit von etwa 130 Tagen ausgegangen werden. Die Weibchen nehmen im hinteren Körperdrittel deutlich an Umfang zu. Auch ist es zu beobachten, daß trächtige Weibchen häufig auf dem Rücken liegen. Um dem Weibchen mehr Ruhe zu gönnen sollte es nun einzeln gehalten werden. Zur Eiablage sollte dem Weibchen ein Behälter mit feuchtem Substrat und einer Temperatur von 28 C° bis 30 C° zur Verfügung gestellt werden.

    Inkubation

    In aller Regel kümmert sich Python regius selber um sein Gelege. Die Weibchen legen ihren Körper in Windungen um das Gelege, die sie bei zu hoher Temperatur lockern und bei niedriger Temperatur enger zusammenziehen. Damit nehmen sie Einfluss auf die Inkubationstemperatur. In der Natur brütet Python regius in verlassenen Nagetier- oder Termitenbauten. Aus diesem Grund sollte man den Weibchen zur Brut eine Art "Höhle" anbieten. Ein verlassenes Gelege ist bei ca. 30 C° künstlich zu zeitigen. Die Zeitigungsdauer liegt zwischen 50 bis 80 Tagen.

    Aufzucht

    Die Jungtiere werden wie die adulten Tiere gehalten. In aller Regel bereitet die Aufzucht der Jungtiere keine Probleme. Ca. 6 Wochen nach dem Schlupf häuten sich die Schlangen zum ersten mal. Futter, in Form von jungen Mäusen, sollte jedoch schon vorher angeboten werden. Bei guter Fütterung erreichen die Jungtiere mit ca. 2 bis 3 Jahren die Geschlechtsreife.


    Als Quellen dienten unter anderem:

    Kirchner und Seufer, Der Königspython (1999), Kirchner und Seufer Verlag, ISBN 3-980427-4-4
    Stefan Broghammer, Albinos (1998), Edition Chimaira, ISBN 3-930612-22-4
    Obst – Richter – Jacob, Lexicon der Terraristik (1984), Landbuch Verlag, ISBN 3 7842 02399
    Schmidt und Inger, Knaurs Tierreich in Farbe –Reptilien- (1969), Droemersche Verlagsanstalt, ISBN 7009/4
    P. de Vosjoli – R Klingenberg, D.V.M – D und T Barker, The Ball python manual (1995), USA, ISBN 1-882770-28-5
    Thomas Leetz, Ihr Hobby Schlangen (1993), bede Verlag, ISBN 3-927997-39-0
    Zimmermann, Das Züchten von Terrarientieren (1983),Franckh’sche Verlagshandlung, ISBN 3 440 05218 4
    Jarofke und Lange, Tierärztliche Heimtierpraxis 3 –Reptilien- (1993), Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-52416-0
    Kingsnake.com
    NERD
    The Snakekeeper
    Koenigspythons.de