Terrarienhaltung

Allgemeine Haltungsbedingungen

Es kommt immer noch sehr häufig vor, dass der Königspython nicht entsprechend seiner Bedürfnisse gepflegt und gehalten wird. Aus einer fehlerhaften Haltung resultiert sehr oft die vom Königspython bekannte Nahrungsverweigerung, welche langfristig zum Tod der Schlange führt.

Nachfolgend gehe ich auf die Grundbedürfnisse zur Haltung von Python regius ein. Auf die technische Umsetzung wird in dem Kapitel Terrarientechnik näher eingegangen.

Temperatur

Die Temperatur sollte für den Python regius tagsüber bei etwa 28°C bis 30°C liegen. Lokale Wärmeplätze können durchaus auch 35°C erreichen.
Der nächtliche Temperaturrückgang liegt in den Monaten März bis Anfang November bei 28°C bis 25°C.
In den Wintermonaten ( der Trockenzeit im Verbreitungsgebiet des Königspythons ) sollte die Nachttemperatur in den Monaten November bis Februar auf 20°C bis 22°C abgesenkt werden.
Die Tagtemperaturen bleiben ganzjährig unverändert.
Die Temperaturangaben beziehen sich auf die Lufttemperatur.

Siehe hierzu auch Klima im Verbreitungsgebiet.

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit sollte in den Sommermonaten März bis Ende Oktober bei etwa 65 bis 90% liegen. In der simulierten Trockenzeit kann sie unter 40% fallen.

Siehe hierzu auch Klima im Verbreitungsgebiet.

Beleuchtung

Der Königspython stellt aufgrund seiner Lebensweise keine besonders große Ansprüche an die Beleuchtung. Es sollte jedoch ein deutlicher Tag / Nacht Rhythmus erkennbar sein.
Durch die Äquatornähe seines tropischen Verbreitungsgebietes ist ein Tag / Nacht Rhythmus von jeweils 12 Stunden zu empfehlen.

Terrariengröße

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat 1997 ein Gutachten über die Mindestanforderung an die Haltung von Reptilien in Auftrag gegeben.
Nach diesem Gutachten wird für den Python regius eine Terrariengröße von:
Länge x 1,0 , Breite x 0,5 und Höhe x 0,75 der Gesamtlänge der Schlange gefordert.
Hierbei handelt es sich um die empfohlenen Mindestmaße die für 2 Schlangen gleicher Größe gelten.
Für jedes weitere Tier derselben Art sind 20 % des Terrarien-Volumens unter Beibehaltung der geforderten Proportionen hinzuzufügen.
Für eine Gruppe von drei adulten Königspythons, mit einer Gesamtlänge zwischen 120 cm und 130 cm, halte ich eine Terrariengröße von 150 cm x 100 cm x 100 cm ( Breite, Höhe, Tiefe) für ausreichend, da der Bewegungsdrang dieser Art nicht so hoch wie bei anderen Arten ist.
Nach oben sind der Größe jedoch keine Grenzen gesetzt.
Jüngere, nicht ausgewachsene Python regius kann man in entsprechend kleineren Terrarien pflegen.

Um die Bewegungsfläche der Terrarien zu erhöhen, können Zwischenböden eingezogen werden, die dann je nach ihrer angebrachten Höhe in verschiedenen Temperaturzonen des Terrariums liegen. Diese werden auch häufig als Ruheplätze genutzt.

Terrarieneinrichtung

Wasser

Eine Wasserschale in entsprechender Größe sollte selbstverständlich
Terrarienausschnitt
Terrarienausschnitt mit Kletterast, Versteckplatz und Trinkgefäß.
sein und ist für den Königspython völlig ausreichend. Der Zoofachhandel bietet hier geeignete Tonschalen in verschiedenen Größen an.

Ein größeres Wasserbecken ist nicht notwendig, da ein gesunder Königspython in der Regel nicht badet. Lediglich Tiere, die von Milben oder ähnlichen Außenparasiten befallen sind, versuchen sich durch Baden eine kurzfristige Erleichterung zu verschaffen.

Versteck

Für das Wohlbefinden des Königspythons ist ein geeignetes Versteck von enormer Wichtigkeit.
Die Verstecke sollten für den Pfleger gut zugänglich und kontrollierbar sein. Ebenso sollte ein Reinigen der Versteckplätze möglich sein.

Hier einige Beispiele, um Versteckplätze zu gestalten:

Die Größe der Versteckplätze sollte so gewählt werden, dass die Tiere einen engen Kontakt zu den "Höhlenwänden" halten können. Zudem sollten diese Verstecke leicht feucht gehalten werden.

Es bietet sich an, einzelne Verstecke in den verschiedenen Temperaturzonen anzubieten, so dass die Tiere zwischen diesen wählen können.

Klettermöglichkeiten

Da der Königspython auch sehr gerne klettert, sollten Kletteräste in einem geeigneten Durchmesser nicht fehlen.
Hierzu eignen sich besonders Obstgehölze, Eiche oder andere, gegen Feuchtigkeit unempfindlichere Holzarten.
Wegen der Größe und des Gewichtes des Königspythons sollten die Kletteräste gegen ein Verrutschen oder Herabfallen gut gesichert werden.

Um oberflächliche Keime, Parasiten oder Schädlinge zu beseitigen,empfiehlt es sich, Einrichtungsgegenstände wie Kork, Kletteräste oder ähnliches vor der Verwendung im Terrarium mit kochendem Wasser zu übergießen.

Pflanzen

Eine Bepflanzung dient in erster Linie als optischer Aspekt, um ein Terrarium attraktiver zu gestalten.
Generell kann gesagt werden, dass eine Bepflanzung des Terrariums für das Wohlbefinden des Königspythons nicht unbedingt erforderlich ist.
Man sollte jedoch auch bedenken, dass Pflanzen einen positiven Einfluss auf das Mikroklima im Terrarium haben.
Soll durch die Pflanzen lediglich eine optische Aufwertung des Terrariums erzielt werden, kann man alternativ auf künstliche Pflanzen zurückgreifen. Diese haben den Vorteil, dass sie durch den doch recht schweren und robusten Königspython wenig Schaden nehmen. Sie lassen sich auch leicht im Terrarium befestigen, so dass sie durch die Tiere nicht versetzt werden können.
Wer jedoch auf eine natürliche Bepflanzung nicht verzichten möchte, sollte nach Möglichkeit auf robuste Pflanzen zurückgreifen.
Ich habe gute Erfahrungen mit Efeutute (Kletter- und Hängepflanze), Ficus pumila (Kletterficus), Ficus benjamina ( Birkenfeige), Ficus elastica (Gummibaum) und Grasgewächsen gemacht.

Efeutute
Ficus pumila
Ficus benjamina
Ficus elastica
Efeutute
Ficus pumila
Ficus benjamina
Ficus elastica
In großen Terrarien kann man die Pflanzen direkt in das Substrat einpflanzen. Die Wurzelballen kann man mit Waldboden einpflanzen.
Schnittzeichnung
Um Schädlinge und Keime zu beseitigen, sollte der Waldboden in leicht feuchtem Zustand bei ca. 200°C etwa 1 Stunde im Backofen erhitzt werden.
Indem man Kletteräste seitlich neben größere Pflanzen anbringt, kann man diese hervorragend gegen Um- bzw. Abknicken durch die Schlangen schützen. Um ein gutes Gedeihen der Pflanzen zu gewährleisten, empfiehlt es sich, eine Pflanzlichtlampe anzubringen, da hierzu die Terrarienbeleuchtung im Allgemeinen nicht geeignet ist. Der Fachhandel bietet zu diesem Zweck eine Vielzahl von Möglichkeiten an.

Um die Schlangen nicht zu gefährden, sollte auf das Düngen der Pflanzen und auch auf den Gebrauch von Blumenerde im Terrarium verzichtet werden.
Eine Alternative ist das Düngen der Pflanzen mit den Fäkalien der Schlangen, oder aber auch das Gießen mit Mineralwasser.

Bodengrund / Substrat

Als Bodengrund gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, von denen jedoch nicht alle geeignet sind.
Ich möchte hier einige Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen aufführen, um jedem die Auswahl des für seine Terrarien und Zwecke am besten geeigneten Bodengrundes zu erleichtern.

Torf

Die Eigenschaften, Feuchtigkeit zu speichern sind beim Torf recht hoch. Auf Dauer zu nass gehalten neigt er jedoch, bei unzureichender Belüftung, zum Modern. Auch bietet nasser und warmer Torf bei einem Milbenbefall beste Voraussetzungen zu deren Vermehrung. Bei zu trockenem Torf kann es je nach Heizungsart im Terrarium zum Brand kommen.

Rindenmulch

Gibt es, dem jeweiligen Verwendungszweck angepasst, in
Mulch
verschiedenen Körnungen. Er kann die Feuchtigkeit sehr gut speichern und diese kontinuierlich wieder abgeben.
Obwohl Verunreinigungen durch Kot o.ä. nicht immer leicht zu sehen sind, ist ein Auswechseln und Reinigen des Rindenmulches sehr leicht zu bewerkstelligen.
Es gibt auch bei diesen Produkten mehr oder minder gut geeignete Holzsorten. Wegen seiner geringen Neigung zur Schimmelbildung, bei angemessener Terrarienbelüftung, bevorzuge ich in meinen Terrarien Mulch aus Pinienrinde. Durch ätherische Wirkstoffe im Holz wirkt Pinienrinde auch milbenhemmend.

Im Baumarkt oder Gartencenter sollte man bei Rindenmulch auf die Billigprodukte verzichten, da darin häufig Splitter, Scherben und auch Ungeziefer enthalten sind. Die etwas teurere Qualität ist in der Regel gesiebt und durch Erhitzten keimfrei gemacht worden.

Es sollte darauf geachtet werden, dass je nach Größe und Körnung ein Verschlucken des Mulches beim Füttern möglich ist.

Terrarienerde

Einige Zubehörhersteller haben spezielle Terrarienerde im Angebot.
Terrarienerde
Diese ist in verschiedenen Farben erhältlich. Da sie durch ihre Beschaffenheit einen eher staubigen als sandigen Charakter hat, kommt sie dem Boden im Verbreitungsgebiet von Python regius sehr nah.
Verunreinigungen sind auf diesem Substrat leicht zu erkennen und zu beseitigen. Die Feuchtigkeit wird gut gehalten.
Nachteilig ist das schnelles Verklumpen und der recht hohe Preis dieser Terrarienerde.

Buchenspäne / Räucherspäne

Werden häufig im Zoofachhandel in verschiedenen Körnungen
Buchenspäne
angeboten. Wenn man sie nicht ständig feucht hält, sind sie auch als Bodengrund im Terrarium geeignet.
Bei zu hoher Feuchtigkeit, so habe ich die Erfahrung gemacht, neigen Buchenholzspäne zu starker Schimmelbildung.

Ein Füttern der Schlangen auf diesem Substrat ist nicht zu empfehlen, da das Verschlucken der Späne beim Herunterschlingen der Beute leicht möglich ist.

 

Küchenpapier / Flies

Eignet sich hervorragend zur Bodenabdeckung in
Flies
Quarantänebecken. Es sollte auch nur zu diesem Zweck zum Einsatz kommen.
Auf Zeitungspapier sollte wegen der Druckerschwärze gänzlich verzichtet werden.

 

 

Sand

Sand ist sehr hygienisch, da man die Verunreinigungen durch den
Sand
Kot schnell sieht und leicht beseitigen kann. Er speichert auch die Feuchtigkeit sehr gut.
Nachteilig ist seine schlechte Eigenschaft, Wärme zu leiten, wenn die Heizung unter dem Sand angebracht ist. Zudem ist Sand meist sehr scharfkantig, kann sich zwischen die Bauchschuppen der Schlange setzen und dort zu Entzündungen führen.

Ich halte Sand als ungeeignetes Bodensubstrat für den Python regius.

Kies

Ist als Bodengrund sicherlich sehr hygienisch und
Kies
auch recht günstig zu erwerben. Wegen seines Gewichtes und seiner schlechten Eigenschaften, Feuchtigkeit zu speichern, halte ich den Kies für eine der ungeeigneteren Möglichkeiten.

 

 

Kleintierstreu

Diese Holzspäne sind in einem Feuchtterrarium, wie es der
Kleintierstreu
Königspython benötigt, fehl am Platz. Sie können zwar gut Feuchtigkeit aufnehmen, neigen aber sehr stark zur Schimmelbildung.

Für eine kurzfristige und trockene Unterbringung ist dieses Substrat sicherlich vertretbar.

Absolut ungeeignet sind:
  • Blumen- und Anzuchterde. Sie sind meist mit einem Langzeitdünger versehen, der für Reptilien giftig ist.
  • Zeitungspapier wegen seiner Druckerschwärze - auch in Quarantänebecken!!
  • Gartenerde, da diese häufig mit Insektiziden, Dünger oder Unkrautvernichtern in Kontakt gekommen ist.

Terrarientechnik

Es gibt eine Vielzahl an elektrischen und technischen Geräten, die dem Pfleger helfen sollen, optimale Haltungsbedingungen für den Python regius zu schaffen.
Seit einiger Zeit werden sogar schon Computersteuerungen zur Klima- und Beleuchtungsregelung in Terrarien angeboten. Es gibt hier verschiedene Systeme, die entweder über einen PC laufen, oder unabhängig mit einem eigenen Mikroprozessor betrieben werden. Ob diese Möglichkeit der Terrariensteuerung in Betracht kommt, ist sicherlich neben der persönlichen auch eine Entscheidung des Geldbeutels.
Nachfolgend sind einige Möglichkeiten beschrieben, dem Python regius durch technische Hilfsmittel einen seinen Bedürfnissen entsprechenden künstlichen Lebensraum zu bieten.

Wenn elektrische Verbraucher in einem relativ feuchten Terrarium verwendet werden, sollte zum Schutz von Mensch und Tier über die Installation eines Fehlstrom-Schalters ( FI-Schalter ) nachgedacht werden. Ich selber habe schon Bekanntschaft mit Fehlstrom in einem Terrarium gemacht und kann nur zu einem FI-Schalter raten. Dieser sollte jedoch nur von fachkundigen Personen angeschlossen werden.

Um Stromunfälle durch einen unsachgemäßen Gebrauch, Insalation oder Ähnliches bei den im Terrarium verwendeten Geräten zu vermeiden, sind die Herstellerangaben ( Auf der Verpackung oder Beipackzettel ) unbedingt zu beachten.

Beleuchtung

Da der Königspython keine besonders großen Ansprüche an die Terrarienbeleuchtung stellt, haben sich in meinen Terrarien handelsübliche Leuchtstoffröhren ( 36 W ) als recht brauchbar erwiesen.
Diese habe ich durch Dichtungen und Dratgeflecht so abgesichert, dass für die Schlangen keine Gefahr eines Strohmschlages besteht.
Den Tag und Nacht Rythmuns kann man mittels einer Zeitschaltuhr steuern.
Die Vorschaltgeräte der Leuchtstoffröhren lassen sich zudem noch als zusätzliche Wärmequelle im Terrarium nutzen.
Bei der Wahl der Röhre sollte man auf einen möglichst "weißen" und hellen Licht-Ton achten. Sogenannte "Softtone"- Röhren sind wegen ihres gelblichen Farbtones und der dadurch veränderten Farbwiedergabe eher ungeeignet.

Eine besondere Bestrahlung mit einem UV-Strahler ist bei der Haltung von Python regius nicht unbedingt erforderlich, aber auch nicht schädlich.
Einige Pfleger von Python regius berichten, dass die mit einem UV -Strahler bestrahlten Tiere aktiver sind als unbestrahlte Artgenossen.
Erkrankungen mangels UV -Licht, wie z.B. Rachitis, können bei abwechslungs- und vitaminreicher Ernährung der Schlangen ausgeschlossen werden. ( z. Bsp. mit Vitaminen angereichertes Futtertier oder Trinkwasser )

Für gutes Gedeihen der Terrarienbepflanzung hat sich der Einsatz von speziellen Pflanzlichtlampen bewährt.
Diese Lampen sind im Fachhandel recht günstig (je nach Art und Ausführung ) zu erwerben.
Es ist ausreichend, wenn diese Lampen nur für einige Stunden am Tag eingeschaltet sind. Sinnvoll ist es, diese Einschaltzeit in die Tagesmitte zu legen. Da in dem Verbreitungsgebiet auch zur Tagesmitte ein leichter Temperaturanstieg erfolgt, kann man hier die Mittagszeit simulieren. Dies hat auf das Wohlbefinden des Königspythons jedoch keinen Einfluss.

Heizung

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Terrarien zu beheizen. Welche Art sich für das jeweilige Terrarium eignet, ist unterschiedlich.

Heizkabel
gibt es im Fachhandel in unterschiedlichen Längen und Leistungen
Heizkabel
(Watt). Die Länge und somit auch die Leistung des Heizkabels richtet sich nach der Terrariengröße. In meinen Terrarien beheize ich etwa 1/3 der Bodenfläche. Das Heizkabel wird in Schleifen ( ähnlich einer Fußbodenheizung) auf den Terrarienboden angebracht und gegen Verrutschen fixiert. Zum Fixieren eignet sich am besten Silikon oder Heißkleber.

Das Substrat über dem Heizkabel sollte nicht zu dick eingebracht werden, damit die Wärme auch an den Terrarieninnenraum abgegeben werden kann und nicht vom Substrat "geschluckt" wird.

Heizfolien / Heizmatten
gibt es, wie auch die Heizkabel, in verschiedenen Größen und Leistungen ( Watt ). Auch hier sollte ca. 1/3 der Bodenfläche beheizt werden. Heizmatten werden, da sie meist wasserdicht in Kunststoff eingearbeitet sind ( Herstellerangaben beachten ), auf den Terrarienboden gelegt.

Die extrem flachen Heizfolien können besonders gut von außen unter
Heizfolie
dem Terrarienboden angebracht werden. Dies gilt besonders für Vollglasterrarien. Bei den Heizfolien ist zu beachten, dass sie nicht wasserdicht, sondern nur gegen Feuchtigkeit geschützt sind.
Heizfolien lassen sich auch gut in Keramikmassen ( z.B. Keramin ) eingießen. Auf diese Weise können großflächige, dekorative Wärmeplatten hergestellt werden, die auf das Substrat gelegt werden können.

Infrarotwärmestrahler aus Keramik
lassen sich in den Terrarien ebenfalls gut als Heizquellen einsetzen.
Wärmestrahler
Diese Strahler sind in unterschiedlicher Wattleistung erhältlich. Da die Keramikstrahler sehr heiß werden, sind sie so zu sichern, dass sich die Schlangen nicht an ihnen verbrennen können. Ein Gitterkäfig ( aus Drahtgeflecht um den Strahler befestigt ) leistet in der Regel gute Dienste. Je nach Leistung des Strahlers sollte der Gitterkäfig mindestens eine Schenkellänge von 20cm haben.
Bei den Fassungen sollte man auf Keramikfassungen zurückgreifen, da durch die Hitze Kunststofffassungen leicht schmelzen können. Auch für den Stromanschluss gibt es spezielle, wärmeunempfindliche Zuleitungen.

Lüftergebläse
Eine weitere Alternative zur Beheizung von größeren Terrarien ist die Verwendung von sehr langsam laufenden Heizlüftern. Mit ihnen wird ständig auf die entsprechende Temperatur angewärmte Luft in das Terrarium eingebracht. Diese Lüfter dürfen wirklich nur sehr langsam laufen, um in dem Terrarium keinen Sturm zu entfachen.

Da diese Technik sehr aufwendig ist, zudem durch den ständigen, leichten Luftzug die Luftfeuchtigkeit abgesenkt wird, ist diese Lösung nicht besonders empfehlenswert.

Temperaturregelung

Zur Regelung der oben angeführten Terrarienheizung eigenen sich zum einen Thermostatschalter, die im Fachhandel erhältlich sind. Sie schalten beim Unterschreiten einer bestimmten Temperatur die Heizung ein und ab einen oberen Grenzwert diese wieder aus.
Das System ist je nach Heizungsart und Substratdicke ( bei Bodenheizungen ) etwas träge und schwerfällig.

Eine andere Möglichkeit ist das Regeln mit einer sogenannten Phasenanschnittsteuerung. Sie arbeitet ähnlich wie ein herkömmlicher Dimmer, ist jedoch speziell für sogenannte Kurzschlussläufer ( dazu zählen auch Heizkabel, Heizmatten, Wärmestrahler u.ä. ) konzipiert.
Einmal auf die gewünschte Temperatur gedrosselt wird diese anschließend ständig von dem Heizmedium gehalten.

Phasenanschnittsteuerungen sind im guten Elektronikfachhandel erhältlich. Die Montage und der Anschluss sollte jedoch von einer fachkundigen Person durchgeführt werden.

Luftfeuchtigkeit

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit in einem Terrarium zu erhöhen. Einige sind jedoch technisch sehr aufwendig und daher nicht ganz billig. Hier einige Beispiele:

Sprüh- und Beregnungsanlagen
Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, kann man in den Terrarien sogenannte Nebeldüsen montieren. Diese werden an dem Terrariendeckel angebracht.
Nebeldüse
Das Gardena Micro-Drip-System bietet hier für relativ große Terrarien eine frei zusammenstellbare Anlage.
Dieses System wird an die Hauswasserleitung angeschlossen und benötigt einen zum System gehörigen Druckminderer. An diesen können dann spezielle Kunststoffschläuche in verschiedenen Durchmessern angeschlossen werden. Mit Eckverbindern lässt sich die Leitung präzise verlegen und die am Ende anzubringende Nebeldüse/-n exakt ausrichten. Als Endaufsätze sind verschiedene Düsenarten erhältlich.

Der Wasserfluss wird über ein Magnetventil geöffnet bzw. geschlossen und dieses wiederum von einer präzise einzustellenden Zeitschaltuhr gesteuert ( man möchte ja keine Sumpflandschaft in den Terrarien wegen einer zu langer Beregnung haben ). Die genaue Sprühzeit muss in Versuchen für jedes Terrarium individuell ausgetestet werden.
Erhältlich sind diese Systeme in Baumärkten mit Gartenabteilungen oder Gartenfachmärkten.

Der Reptilienfachhandel bietet mittlerweile ähnliche Beregnungssysteme für Terrarien. Diese sind unabhängig von der Hauswasserleitung und können mit geringem Aufwand überall betrieben werden. Auch hier ist die genaue Beregnungszeit individuell auszutesten.

Ultraschallvernebler
Diese Vernebler erzeugen mittels Ultraschall einen feinen Nebel. Mit diesem Nebel wird in den Terrarien eine Luftfeuchtigkeit von 100% erreicht. Diese Ultraschallsysteme gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Es gibt fertige Vernebler mit Wassertank für den Hausgebrauch. Diese müssen nur noch mit Wasser befüllt und an die Steckdose angeschlossen werden und sind dann sofort einsatzbereit. Von der Ausströmöffnung des Gerätes legt man am besten ein Rohr von etwa 3- 4 cm Durchmesser in das Terrarium. Dabei sollte man darauf achten, dass der Vernebler erhöht steht( nach Möglichkeit über dem Terrarium). Diese Geräte gibt es im Elektrofachhandel zu kaufen.

Eine zweite Variante sind einfache Ultraschallvernebler ( etwa 1,5- 2
Ultraschallvernebler
cm hoch und 3 cm im Durchmesser), die in eine Wasserschale gelegt werden können. Diese Vernebler sind ursprünglich für Zimmerspringbrunnen gedacht und werden über ein Netzteil mit Niedervolt betrieben.
Diese kleinen Geräte sollte man nicht in die Trinkschale der Schlangen setzen. Man sollte besser einen separaten Wasserbehälter mit dem Vernebler in das Terrarium einbringen und diesen mit einem Drahtgewebe abdecken, damit der Nebel ungehindert in das Terrarium steigen kann. Es ist darauf zu achten, dass ständig Wasser in ausreichender Menge in dem Behälter vorhanden ist.

Um Unfälle zu vermeiden, sollten bei beiden Systemen die Sicherheitshinweise der Hersteller beachtet werden.

Durch Verdunstung
Es besteht die Möglichkeit, über ein wasserdichtes Heizmedium ( Heizkabel, Heizmatten o.ä. ) saugfähige Substrate einzubringen. Dieses Substrat ( zum Beispiel Torf) wird anschließend feucht gehalten und verdunstet so kontinuierlich die Feuchtigkeit. Ich habe gute Erfahrungen mit einer ca. 3 cm dicken Torfschicht gemacht, die abschließend etwa l cm dick mit Pinienrinde abgedeckt wurde.
Die Intensität der Befeuchtung ist individuell abhängig von der Art des Heizmediums, Substratart und –dicke sowie der Terrarienbelüftung.

Bei dieser Variante ist je nach Art des Substrates auf eine Schimmelbildung zu achten, die wiederum ein gutes Nährmedium für Bakterien ist.